Lichtblicke und Ernüchterndes

Der langjährigen Tradition folgend die jährlich vom NRE initiierte Vogelstimmenwanderung in wechselnden Ortsteilen von Ehringshausen stattfinden zu lassen, war 2026 Niederlemp an der Reihe. Ausrichter war außer dem NRE die Vogel- und Naturschutzgruppe Niederlemp. Für die beiden Gruppen konnte Helmut Weller vom NRE bei wunderbarem Frühlingswetter Punkt acht Uhr etwa 35 Interessierte, viele Niederlemper, auf dem Dorfplatz in der Ortsmitte begrüßen. Weller freute sich über das rege Interesse und, dass viele junge Leute aus dem Ort gekommen waren. Im Gegensatz zu dem allgemein zu beobachtenden Trend des rückläufigen Interesses an „Natur“ scheint diesbezüglich in Niederlemp eine andere Entwicklung stattzufinden, was als Lichtblick gesehen werden kann. Weller konnte auch den Hobbyornithologen Jan Heckmann aus Breitscheid willkommen heißen, der schon viele Jahre die Vogelstimmenwanderungen des NRE fachlich begleitet. Ebenfalls wieder mit dabei war Jost von der Heyde, jugendliches Mitglied der Wiesel (Kinder- und Jugendgruppe des NRE); er war wie schon in den Vorjahren für die Protokollführung zuständig. Außer den nach Gesang und Sichtung festgestellten Vogelarten wurde auch die Häufigkeit der Beobachtungen vermerkt.

Schon am Ausgangsort, im Dorf, konnten einige Arten notiert werden. Leider setzte sich dieser Trend im Laufe der Wanderung nicht fort. An eigentlich für das Auftreten von Vögeln in der Feldflur prädestinierten Stellen, etwa in Feldhecken, war Stille angesagt. Dies passt zur insgesamt zur beobachteten Entwicklung der Vogelfauna, nämlich der rückläufigen Zahl der Individuen, bei insgesamt halbwegs stabil bleibender Summe der Arten. Einige früher sogar häufig vorkommende Arten, vor allem der Feldflur, sind allerdings leider völlig verschwunden, was z. B. für den Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn zutrifft. Darüber, auch über die Rückgangsursachen, unter anderem einer fehlenden Strukturvielfalt, konnte nur berichtet werden. Insgesamt wurden dennoch 50 verschiedene Vogelarten gezählt. Am häufigsten verhört wurden die Singvögel Dorn- und Mönchsgrasmücke. Kurz vor Ende der gut dreistündigen Wanderung durch die Niederlemper Feldflur und den Wald gab eine direkt am Wegrand in einer Hecke singende Nachtigall ihr Bestes.

Die schöne Wanderung endete am Vereinsheim der Vogel- und Naturschutzgruppe Niederlemp im Ortskern mit einem Imbiss und Getränken. Ein schöner Vormittag nahm hier sein Ende.